„Wir beginnen die nächste Spielzeit mit zwei großen, kraftvollen Balletten. Das bedeutet viel Spaß für die Tänzer und das Publikum.“
So eröffnete Raphaël Coumes-Marquet seine Vorstellung der kommenden Ballettvorstellungen. Er meinte die Premiere von „In the middle, somewhat elevated“ von William Forsythe und Sharon Eyals „Strong“, die ab dem 30. Oktober in Düsseldorf und ab dem 12. Dezember in Duisburg zu sehen sein werden.
„Wir beginnen mit einem Bang!“ setzte Raphaël schmunzelnd hinzu.
Zum Ballett von Forsythe heißt es in der Ankündigung der Oper:
„Überraschend, roh und voll elektrisierender Dynamik feiert diese Choreographie das Ballett und denkt es zugleich radikal neu.“
Das Werk von Eyal wird als „Spannungsfeld zwischen Kontrolle und ekstatischem Verlangen“ charakterisiert.
Chefchoreographin Bridget Breiner und Ballettdirektor Raphaël Coumes-Marquet stellten am 11. Mai in der Oper die Ballettaufführungen der kommenden Spielzeit 2026/2027 vor.

Im Januar 2027 wird es eine Premiere mit Werken von Ohad Naharin, Neshama Nashman und Martin Chaix mit dem Titel „Rituale“ geben. Neshama Nashman ist bekanntlich Tänzerin in der Compagnie und Martin Chaix war Jahre zuvor Mitglied der Compagnie.
Im März kommt dann der Abend „Grey Area“ nach Düsseldorf, der schon in Duisburg erfolgreich gelaufen ist, mit Choreographien von Bridget Breiner, David Dawson und Lesley Telford.
Der April bringt dem Theater Duisburg ein neues Handlungsballett von Bridget Breiner, nämlich die Liebesgeschichte von „Antony and Cleopatra“, inspiriert durch das Drama von William Shakespeare.
Weiter geht es dann mit Handlungsballett in Düsseldorf. Im Juni wird „Don Quijote“ aufgeführt in der für das Ballett am Rhein neu erarbeiteten Fassung von Marcelo Gomes.
Die „Orgelpassion“ wandert von Düsseldorf nach Duisburg und wird dort im Juni aufgeführt mit den Werken von Quagebeur, Tetley und Montero.

Weihnachten 2026 sieht Bridget Breiners „Dornröschen“ als Wiederaufnahme in Düsseldorf.
Im Dezember 2026 wird es in Duisburg zu einem „Kampf der Ballette“ kommen, einem Austausch von Tanzstilen auf höchstem Niveau: „Dance Off“.
Professionelle TänzerInnen aus verschiedenen Stilrichtungen stehen gemeinsam auf der Bühne: Hip-Hop, Breakdance, House treffen auf klassisches Ballett. Das Publikum sitzt auf der Bühne, umringt also die Tanz-Arena, wird Teil des Geschehens, feuert an, applaudiert (oder auch nicht) und trägt die Energie der Akteure weiter.
Nach dem großen Erfolg der Ballett-Gala im Sommer 2025 wird es im Juli 2027 wieder eine solche Gala in Düsseldorf geben. Der genaue Inhalt der Gala ist noch nicht bekannt. Es werden jedoch „kurze, abwechslungsreiche Ausschnitte aus Werken bekannter und neu zu entdeckender ChoreographInnen“ versprochen, die bezaubern und begeistern.
Zu Beginn des Pressetermins zur nächsten Opern- und Ballettspielzeit hatte die Geschäftsführende Direktorin Alexandra Stampler-Brown Zahlen präsentiert, die für sich genommen äußerst trocken sind, aber doch einen guten Einblick in die wirtschaftliche Struktur des Kulturbetriebs „Deutsche Oper am Rhein“ geben:

So lag die Auslastung des Hauses in Düsseldorf bei über 75% und die des Theaters Duisburg bei 80%. Die Umsätze aus dem Kartenverkauf lagen bei rund 8 Millionen Euro.
Das ist natürlich wenig für einen Betrieb, der einen Gesamtetat von 67,4 Millionen Euro aufweist, wovon alleine 82% auf Personalkosten entfallen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf schießt 38 Millionen Euro zu, die Stadt Duisburg 12,8 Millionen Euro.
In der kommenden Spielzeit werden auf der großen Bühne in Düsseldorf 180 Vorstellungen aufgeführt, in Duisburg immerhin 81 Vorstellungen. Dazu kommen weitere Formate wie die Junge Oper, Tanz mit!, UFO oder die Ballettschule.

Positiv konnte berichtet werden, dass die Deutsche Oper am Rhein in der laufenden Spielzeit einen Überschuss von 700.000 Euro erzielte. Der vorläufig geschätzte Verlust in der kommenden Spielzeit von 1,1 Millionen Euro kann aus vorhandenen Gewinnrücklagen entnommen werden.
Text: Axel Weiss; Fotos: Renate Weber-Zangrandi, Anne Orthen, Deutsche Oper am Rhein